Weil es mir in letzter Zeit ziemlich schlecht geht, habe ich mich dazu entschlossen meine Gedanken zu ordnen und aufzuschreiben: Tagebuchlike. Hier also eine kleine Selbsttherapie. Und Erste-Hilfe-Maßnahmen, mit denen bestimmt jeder etwas angfangen kann.

Auch wenn ich grundsätzlich Maßnamen ergreife, um meine psychische und physische Gesundheit im Winter stabil zu halten, merke ich einen permanenten Druck, der auf mir lastet. Alles ist anstrengend und passiert etwas Negatives, kommt es mir vor wie ein Weltuntergang. Ich reagiere empfindlich und leide unter Kleinigkeiten, die ich in vielen Fällen sogar einfach nur als negativ deute.

In einer Gesellschaft die auf Stärke und Funktion baut, werden psychische Krankheiten und hochsensibel sein weder geduldet noch verstanden. Man soll funktionieren. Man MUSS funktionieren. Umso schwerer ist es für Betroffene mit sich selbst und ihrem Umfeld klarzukommen. Alles fühlt sich schlimmer an, als es vielleicht ist.

Erste Hilfe: Was kann man tun?

Nicht nur psychisch kranke Menschen leiden. Wer kennt das nicht? Es geht einem schlecht auch ohne driftigen Grund. Es ist immer einfacher den Fokus auf die negativen Aspekte des Lebens zu richten. Erstrebenswert oder hilfreich ist das allerdings nicht. Alle sind konstant launisch und gereizt. Das ist wohl dem blöden Winter geschuldet. Aber was kann man dagegen tun?

Du hast zwei Optionen

Eigentlich ist es ziemlich einfach. Egal um was es geht, du hast immer zwei Möglichkeiten. Dir geht es schlecht: Du kannst etwas tun oder du kannst nichts tun. Und da einem nichts zu tun nicht weiterhilft, entscheiden wir uns also etwas zu tun.

Ich habe über ein Jahr Verhaltenstherapie hinter mir. Diese liegt jetzt schon relativ lange zurück, trotzdem habe ich mir die wichtigste Lektion bewahrt: Ich war komplett am Ende und meine Therapeutin sagte mir, dass ich etwas tun soll. Was auch immer “etwas” ist. Baby Schritte sind auch Schritte. Alles zu seiner Zeit und alles in deinem persönlichen Tempo.

Wenn es dir schlecht geht: Tu was. Auch wenn du denkst, dass es nichts bringt. Auch wenn dir die Kraft fehlt. Versuche dich daran zu erinnern was dir gut tut. Auch wenn es nur winzige Kleinigkeiten sind. Sei lieb zu dir selbst. Du kannst dich nicht zum joggen aufraffen, obwohl du weißt, dass dir das gut tun würde? Das ist vollkommen okay. Trinkst du gerne Tee? Dann mach dir einen Tee und versuche ihn zu genießen. Das reicht. Was auch immer es ist, was du tust und von dem du denkst oder weißt dass es dir gut tut, es wird dir helfen. Wenn auch nur ein klitzekleines bisschen.

Gedanken lenken Gefühle und andersrum

Wahrscheinlich mindestens genauso wichtig und in meinen Augen aber auch noch schwieriger ist dein Mindset. Hier gibt es ebenfalls zwei Möglichkeiten: Du wirst dich im Moment auf die schlechten Dinge konzentrieren. Hier hast du, genauso wie ich, wieder die Wahl. Möchten wir unsere Gedanken auf das Positive oder auf das Negative richten? Ich weiß genau, wie schwer es ist, positiv zu denken. Aber Gedanken haben einen enormen Einfluss auf unsere Gefühle. Wie man es auslegt ist dies also entweder etwas Gutes oder etwas Schlechtes. Positiv zu denken kann man lernen. Hier findest du eine Anleitung dafür, die dir dabei helfen kann.

Nichts ist entspannender, als das anzunehmen was kommt.

Dalai Lama

Ich denke der erste Schritt ist zu akzeptieren wie es grade ist und sich bewusst dafür zu entscheiden positiv zu denken. Wenn man es nicht direkt hinbekommt ist das voll okay, ganz wichtig: no pressure. Entscheide dich dafür und versuch es, ohne dich zu verurteilen, wenn es nicht klappen sollte. Immer wenn du merkst, dass du etwas negatives denkst, versuche, es in einem anderen Licht zu sehen.

Hier ein paar Beispiele:

  • Ich habe so viel zu tun auf meiner Arbeit und zu Hause, das sresst mich so sehr. ➳ Ich werde die Aufgaben so gut ich kann erledigen. Alles was ich nicht schaffe, werde ich zu einem späteren Zeitpunkt nachholen und das ist mehr als okay.
  • Meine Freunde/ mein Partner haben/hat kein Verständnis für mich. Es ist unfair und verletzt mich sehr. ➳ Ich weiß, dass man mir nichts böses will. Auch wenn ich enttäuscht bin, ist es nichts persönliches. Ich werde versuchen drüber zu stehen und mich nicht davon herunterziehen zu lassen, weil das niemandem etwas bringt.
  • Ich bin total lustlos und alles nervt mich. ➳ Ich habe zwar keine Lust, schaffe es aber bestimmt doch ein- zwei Dinge zu erledigen. Falls nicht, ist das auch in Ordnung. Es hilft mir nicht, mich selbst unter Druck zu setzen.

Ich weiß es ist schwierig. Aber wenn dir grade negative Gedanken durch den Kopf gehen, schreibe sie gegebenenfalls auf und versuche genau wie ich hier, die Situation oder den Gedanken von einem anderen Standpunkt zu betrachten. Wenn es dir schlecht geht, fällt es dir wahrscheinlich nicht auf, aber es gibt immer und überall Gutes, du musst nur versuchen es zu sehen.

Noch eine kleiner Tipp zum Schluss, der wunderbar zu diesem Beitrag passt und mein Herz schon oft zum lachen gebracht hat: Das Instagramprofil avamariedoodles beschäftigt sich mit diesem Thema, mit extrem süßen Illustrationen. Liebevolle Bilder und Worte, ich kann sehr empfehlen da mal rein zuschauen 🙂

Außerdem hier weiterführend ein sehr schöner Beitrag zum Thema, der ebenfalls helfen könnte.