Streetart war einer der Gründe, warum ich überhaupt in einer Großstadt leben wollte. Ich liebe es, war schon immer mehr als fasziniert davon. Bemalter Beton ist für mich ein Merkmal vom Großstadtflair, den ich großartig finde. Und natürlich auch, weil Streetart, insbesondere Graffitis und Tags ein wesentlicher Bestandteil von der Hip Hop Kultur ist. Täglich wenn ich zugestickerte Ampeln, vollgekritzelte Türen, Eingänge und riesige bemalte Hauswände sehe, geht mir das Herz auf. Höchste Zeit also einen Ort zu finden, andem solche Kunst in großem Stil zelebriert wird: der Teufelsberg in Berlin.

P. und ich hatten nicht damit gerechnet, Eintritt bezahlen zu müssen. Auch fanden wir am Eingang heraus, dass die Aussichtsplattform leider gesperrt war. Nicht der optimalste erste Eindruck, der jedoch sofort verflog, als wir das Gelände betraten. Diese 5 Euro hätte man meiner Meinung nach wirklich nicht besser investieren können. Wieder einmal wurde mir klar, wie sehr mich mein Umzug nach Berlin bereichert.

Für einen Besuch sollte man auf jeden Fall mindestens einen halben Tag einplanen und bei Bedarf vielleicht sogar eine historische Führung mitmachen. Als Location für ein Fotoshooting unbezahlbar – auch wenn am Eingang zum regulären Preis von 5 Euro der Eintritt auf 10 Euro erhöht wird, wenn man eine größere Kamera mitnehmen will. Dies nennt sich Fotogebühr. Natürlich kann man sich das bestimmt leisten, P. und ich waren trotzdem ein klein wenig empört darüber. Wer ein größeres Shooting im Sinn hat, sollte sich davon also nicht abschrecken lassen.

Der Teufelsberg ist tatsächlich nicht so weit außerhalb von Berlin, wie man vielleicht annehmen würde. Wir haben es easy mit der Bahn erreicht. Mit der S7 fuhren wir bis zur Station Grunewald (Bezirk Charlottenburg). Ein nicht ganz solanger, dafür umso schöner Fußweg durch den Wald führte uns zum Gelände der ehemaligen Radarstation.

Dieser Beitrag enthält leider nur einen winzigen Bruchteil der Kunst und Atmosphäre, die wir dort erleben durften. Es war bestimmt nicht mein letzter Besuch. Mir ging öfter durch den Kopf, dass ich das Gelände gerne auch einmal in grauem Nebel sehen wollen würde. Wenn das Wetter nicht ganz so gut ist, das heißt grau und düster. In anderem Licht bei Wind und Wetter wirkt alles total anders. Ich mag das irgendwie. Mal sehen, ob ich es hinbekomme, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Ich wünsche es mir auf jeden Fall.